Bericht zur Lage und Jahresabschluss 2024 der hanseWasser Bremen GmbH
Lagebericht 2024
1Grundlagen des Unternehmens
1.1Geschäftsmodell und Struktur des Unternehmens
Kernaufgabe der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen, (im Folgenden „hWB“) ist die Abwasserentsorgung für die Stadt Bremen und für die Region.
Mit dem Vertrag vom 21. Dezember 1998 und einer Beleihung für einen Großteil der hoheitlichen Aufgaben ist die Gesellschaft für wesentliche Aufgaben der Abwasserentsorgung in der Freien Hansestadt Bremen (im Folgenden „FHB“) zuständig. Darüber hinaus übernimmt hWB im Rahmen von Verträgen zwischen der FHB und den Nachbargemeinden deren Abwässer zur Reinigung und bietet Abwasserdienstleistungen sowie verschiedene entsorgungswirtschaftliche und planerische Leistungen im Markt an.
An der hWB sind seit dem 1. Januar 1999 die Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen, (im Folgenden „HVE“) mit 74,9 % und die FHB mit 25,1 % beteiligt. Zwischen der HVE und hWB besteht Geschäftsführeridentität, eine steuerliche Organschaft und ein gemeinsamer Betrieb im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes.

1.2Unternehmensstrategie
Die geregelte Abwasserentsorgung und -reinigung hat dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung in Deutschland im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen ist. Heute ist sie ein zentraler Bestandteil der Gesundheitspolitik und bedeutet Lebensqualität, Wohlstand und Sicherheit für die Bevölkerung. Den Menschen und der Umwelt in Bremen und der Region ist hWB deshalb in besonderem Maße verpflichtet. 365 Tage im Jahr nimmt hWB diese wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge wahr und sorgt für eine moderne und umweltgerechte Abwasserbeseitigung. Als Abwasserdienstleister und Partner der FHB übernimmt hWB Verantwortung für die Gesundheit der Menschen und die hohe Lebensqualität in der Stadt – heute und in Zukunft.
In Hinblick auf den Klimawandel zeichnen sich neue Themen- und Aufgabenfelder ab, die nur als kommunale Gemeinschaftsaufgabe gelingen werden. Aufgrund der anstehenden Herausforderungen beschäftigt sich hWB intensiv mit den Themen Klimaresilienz, Schwammstadt und intelligente Wasserkreisläufe als Wassermanager. hWB plant auch in Zukunft weiter Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam mit den städtischen Stakeholdern eine wassersensible und klimaresiliente Stadtentwicklung weiterentwickeln zu können.
hWB trägt dazu bei, die Abwassergebühren durch angemessene Entgelte seit dem Beginn des Kooperationsmodells auf einem moderaten Niveau zu halten. Gleichzeitig werden auf der Basis von Langfriststrategien jedes Jahr rund 35.000 TEUR in die Abwasserinfrastruktur investiert. Dies schließt auch die Instandhaltung der bestehenden Anlagen mit ein. Damit wird die Zukunft der Abwasserbeseitigung aktiv mitgestaltet.
1.3Unternehmenssteuerung
Die Steuerung des Unternehmens erfolgt durch ein integriertes Managementsystem und wird durch ein Risikomanagementsystem ergänzt. Das Controlling von hWB umfasst alle Geschäftsbereiche und verfolgt den Grundsatz der Kongruenz von Aufgabe und Verantwortlichkeit.
Das Finanzmanagement von hWB gewährleistet eine regelmäßige Liquiditätskontrolle und eine sachgerechte Kreditüberwachung.
Die einzelnen organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für die Einhaltung ihrer Einzelbudgets einschließlich der Zielvorgaben für die Leistungserbringung verantwortlich, das Controlling übernimmt hierbei eine unterstützende Rolle. Über die Hierarchieebenen hinweg werden von der Geschäftsführung bis hin zu jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem einzelnen Mitarbeiter im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses Ziele und Zielwerte abgeleitet und vereinbart.
Zielkartenrelevant sind die folgenden fünf Themen:
- Ergebnis: Angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals erreichen
- Kunden/Qualität: Dienstleistungen und Kundenbeziehungen professionell und nachhaltig gestalten
- Produkte: Das Produktportfolio nachhaltig aufbauen und erweitern
- Mitarbeiter*innen/Produktivität: Produktivität, Anwesenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen kontinuierlich verbessern
- Nachhaltigkeit/Zukunft: Nachhaltige Weiterentwicklung der Gesellschaft sichern
2Wirtschaftsbericht
2.1Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die deutsche Wirtschaft tritt seit über zwei Jahren auf der Stelle (vgl. Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2024). Die Dekarbonisierung, die Digitalisierung, der demografische Wandel und wohl auch der stärkere Wettbewerb mit Unternehmen aus China haben strukturelle Anpassungsprozesse in Deutschland ausgelöst, die die langfristigen Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft dämpfen. Seit der Covid-19-Pandemie wurde das Produktionspotenzial wiederholt nach unten revidiert. Alles in allem dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2024 laut Herbstgutachten um 0,1 % sinken. Damit revidieren die am Herbstgutachten beteiligten Institute ihre Prognose vom Frühjahr 2024 leicht um 0,2 Prozentpunkte nach unten. Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich die Erholung in der Industrie nun schwächer darstellt. Für das Jahr 2025 erwartet das Herbstgutachten einen Anstieg des BIP um 0,8 %, was gegenüber dem Frühjahrsgutachten eine Rücknahme um 0,6 Prozentpunkte bedeutet.
Die wirtschaftliche Schwächephase schlägt sich auch in der Arbeitslosenzahl nieder, die zuletzt weiter stieg, und zwar besonders durch Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe. Insgesamt ist der Arbeitsmarkt allerdings weiterhin robust. Die Institute erwarten in ihrem Herbstgutachten, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2024 und im Folgejahr jeweils bei 6 % liegen wird.
Die wieder niedrigere Inflation stützt die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die Institute erwarten in ihrem Herbstgutachten, dass die Inflation im Jahr 2024 bei 2,2 % und im Jahr 2025 bei 2,0 % wieder in der Nähe der EZB-Zielmarke liegen wird, hauptsächlich bedingt durch niedrigere Energiepreise.
Die dem Herbstgutachten 2024 zugrunde liegenden Annahmen sind mit Aufwärtsrisiken, aber vor allem mit erheblichen Abwärtsrisiken behaftet. Das Herbstgutachten nennt hier noch unzureichend abschätzbare Auswirkungen struktureller Anpassungsprozesse und einen weiteren deutlichen Anstieg der Unsicherheit hinsichtlich künftiger Wirtschafts- und Finanzpolitik, möglicher internationaler Handelskonflikte und der vielfältigen geopolitischen Risiken.
2.2Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Neben der Belastung des Abwassers mit anthropogenen Spurenstoffen sind auch die Einträge von Mikroplastik und multiresistenten Keimen im Fokus von Öffentlichkeit und Politik. Die Regierungskoalition in Bremen hat sich darauf verständigt, in der Abwasserreinigung eine vierte Reinigungsstufe anzustreben, um diese Belastungen im gereinigten Abwasser perspektivisch zu vermindern. hWB hat gemeinsam mit dem Umweltbetrieb Bremen und der zuständigen Wasserbehörde Handlungsempfehlungen für die weitergehende Abwasserreinigung erarbeitet und in Form einer Roadmap mit Maßnahmen und Zeitplan konkretisiert. Die Maßnahmen, unter anderem ein Spurenstoffprogramm sowie ein Gutachten zu Mischwasserentlastungen, wurden plangemäß umgesetzt. Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Kläranlage Bremen-Seehausen um eine vierte Reinigungsstufe erstellt, der Abschluss wird für Mitte 2025 erwartet.
Die Wasserbehörde hat im Jahr 2024 die wasserrechtliche Erlaubnis für die Kläranlage Seehausen angepasst. Die Reinigungsanforderungen sind von Frachtminderungsraten gemäß der alten EU-Kommunalabwasserrichtlinie auf die Konzentrationswerte der deutschen Abwasserverordnung umgestellt worden. Mit dieser neuen Erlaubnis gibt es keine Trennung mehr zwischen dem Wasser- und Abgabenrecht. Die aktuell geltenden Anforderungen werden sicher eingehalten, jedoch fordert die neue wasserrechtliche Erlaubnis die Planung und den Bau einer zusätzlichen Prozesswasserbehandlung.
Die Folgen des Klimawandels betreffen das Regenwassermanagement, die Überflutungsvorsorge und auch die Dimensionierung von Kanalanlagen in Deutschland. Ein Teil davon ist – im Einklang mit der aktuellen Koalitionsvereinbarung – die Anwendung des Schwammstadtprinzips und der wassersensiblen Stadtentwicklung, mit dem Ziel, beispielsweise Niederschlagswasser lokal zwischenzuspeichern, verzögert abzuleiten und wo möglich der Versickerung zuzuführen und somit den natürlichen Wasserkreislauf wiederherzustellen. Gemeinsam mit der Umweltbehörde gestaltet hWB diesen Veränderungsprozess zur wassersensiblen Stadt aktiv mit. Einige Antworten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels wie beispielsweise die Einführung eines Starkregenvorsorgeportals und Konzepte für eine Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe sind bereits gefunden worden und werden auch in Zukunft weiterzuentwickeln sein.
Klimaschutz hatte für hWB bereits in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert im gesamtgesellschaftlichen Gefüge und auch im laufenden Jahr eine besondere Bedeutung. Gerade an Unternehmen der Daseinsvorsorge sind damit große Erwartungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen verknüpft. Seit 2015 versorgt sich hWB bilanziell treibhausgasneutral mit Energie (Strom, Wärme, Treibstoffe). Aktuell wird die Treibhausgasbilanzierung der hWB erweitert, sodass zukünftig gemäß dem internationalen Standard nach Greenhouse Gas Protocol berichtet werden kann. Die CO2-Emissionen der hWB sind im Jahr 2024 nach Prognose auf Vorjahresniveau.
Die Klärschlammverordnung mit Stand vom 3. Oktober 2017 sieht als zentrales Element vor, dass ab dem 1. Januar 2029 alle Klärschlammerzeuger Phosphor aus dem Klärschlamm oder aus der Klärschlammverbrennungsasche zurückgewinnen müssen. Die Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor greift in den Fällen, in denen der Klärschlamm einen Phosphorgehalt von 20 Gramm oder mehr je Kilogramm Trockenmasse aufweist. Ab 2029 gilt auch das Verbot der bodenbezogenen Klärschlammverwertung für Kläranlagen über 100.000 Einwohnerwerte (EW). Kläranlagen mit einer Größe von 50.000 bis 100.000 EW können bis Ende 2031 Klärschlamm bodenbezogen verwerten, Kläranlagen bis 50.000 EW unbefristet.
Aktuell wird die Klärschlammverordnung und speziell das Thema Phosphorrecycling politisch intensiv von den Fachverbänden und den zuständigen Landes- und Bundesbehörden diskutiert. Nach aktuellem Stand wird prognostiziert, dass die Kapazitäten zur thermischen Vorbehandlung von Klärschlamm bis 2029 nur knapp erreicht werden, das Ziel ausreichender Phosphorrückgewinnungskapazitäten sogar deutlich verfehlt wird. Bund und Länder halten trotzdem an den in der AbfKlärV genannten Fristen fest. Deshalb rückt die für den Fall fehlender Phosphorrückgewinnungskapazitäten in der AbfKlärV fixierte Zwischenlagerung von Aschen verstärkt in den Fokus.
hWB hat für die Entsorgung der Klärschlammmengen einen Vertrag mit der HVE abgeschlossen, der die Entsorgung bis Ende 2028 in der sich derzeit noch in der Inbetriebnahme befindlichen Klärschlammmonoverbrennungsanlage (KVA) der KENOW GmbH & Co KG (im Folgenden „KENOW“) im Bremer Industriehafen sicherstellt. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme entsorgt die KENOW den Klärschlamm teilweise in Ersatzanlagen. Die KENOW hat die Verpflichtung übernommen, eine den rechtlichen Anforderungen entsprechende Lösung für das Phosphorrecycling zu entwickeln.
Die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung beschäftigen auch zunehmend die Abwasserbranche. Neben der Schaffung weiterer Grundlagen und der Wahrnehmung von Entwicklungschancen stellt die Einstufung als kritische Infrastruktur besondere Anforderungen an IT-Sicherheit, Datenschutz und die Qualifikation von Fachkräften. Ein externer Informationssicherheitsbeauftragter wurde zu Jahresbeginn bestellt und ab dem neuen Jahr übernimmt ein interner Mitarbeiter diese Funktion. Seit Januar 2023 gilt die EU-weite NIS-2-Richtlinie, die hanseWasser als KRITIS-Unternehmen betrifft. Dies erfordert zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von IT und Prozessen, wobei Risikoexposition und Umsetzungskosten berücksichtigt werden.
Am 6. November 2024 wurde der Regierungsentwurf zum KRITIS-Dachgesetz verabschiedet. Die Verkündung des Gesetzes wird voraussichtlich zu Beginn der nächsten Regierungsperiode erfolgen. Aus dem KRITIS-DachG (KRITIS-Dachgesetz) werden zahlreiche Pflichten resultieren, die auch hanseWasser betreffen. Um sich auf diese neuen rechtlichen Anforderungen vorzubereiten, hat hanseWasser ein strategisches Projekt ins Leben gerufen. Hiermit wird sichergestellt, dass hanseWasser rechtzeitig auf die kommenden Anforderungen eingestellt ist.
Seit Mai 2024 hat hanseWasser eine Stabsstelle für Nachhaltigkeitsmanagement, um den steigenden gesetzlichen Anforderungen und vor allem der unternehmerischen Verantwortung gerecht zu werden. Die CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive) verlangt von Unternehmen detaillierte Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG). Der Prozess umfasst die Identifikation relevanter Themen, Zielsetzung, Maßnahmenimplementierung und regelmäßige Überprüfung und Berichterstattung. Obwohl die Richtlinie bereits im Juli 2024 in deutsches Recht hätte umgesetzt werden sollen, liegt bisher nur ein Referentenentwurf vor.
2.3Marktsituation der hanseWasser Bremen GmbH
Auch im Jahr 2024 gab es wieder überdurchschnittlich viel Regen mit vielen Starkregenereignissen von Mai bis September. Oft sind diese sommerlichen Starkregen örtlich begrenzt. Am 4. September gab es einen flächendeckenden Extrem-Starkregen: Die höchsten Werte wurden am Regenmesser „Links“ registriert. Dort fielen innerhalb von 45 Minuten 49 mm Niederschlag, dies entspricht einer mehr als hundertjährigen Wiederkehrzeit. Die Gesamtniederschlagsmenge des Jahres liegt etwa 130 mm über dem langjährigen Mittel.
Abwasserableitung und -reinigung
Im Jahr 2024 wurden über 59 Mio. m³ Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Die Abwassermenge liegt damit 8,5 Mio. m³ über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und überschreitet den schon sehr hohen Vorjahreswert um ca. 400.000 m³.
Insbesondere die Kläranlage Seehausen zeigt auch bei teilweise sehr hohen Zulaufmengen eine gute Reinigungsleistung und eine hohe Betriebsstabilität.
Entsorgung von Reststoffen
Von den beiden bremischen Kläranlagen wurden im Jahr 2024 rund 13.167 Mg Trockenmasse (TR) Klärschlamm einschließlich Co-Input entsorgt. Auf die KENOW entfallen davon ca. 4.119 Mg TR. Entsorgt wurde ausschließlich thermisch.
Forschungs- und Entwicklungsprojekte
hWB unterstützte und begleitete auch 2024 eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten – sowohl als fördermittelberechtigter Teilnehmer als auch als assoziierter Partner.
Seit dem Frühjahr 2021 beteiligt sich die hWB an Aktivitäten zur Nutzung der Abwasserwärme. Für das Entwicklungsgebiet „Tabakquartier“ wurde ein Wärmetauscher durch swb bis Mitte 2024 auf dem Pumpwerk Links installiert. Die Inbetriebnahme ist zusammen mit der Energie- und Heizzentrale im Tabakquartier für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant. Weitere Anfragen, zum Beispiel für das Sodenmattquartier, werden laufend durch den Bereich Netze bearbeitet. Daneben wirkt hWB an dem Großforschungsprojekt „WärmewendeNordwest“ mit, aktuell durch die Betreuung einer studentischen Abschlussarbeit für die Erstellung eines Wärmeatlas. hWB unterstützt zudem die FHB bei der kommunalen Wärmeplanung in den Fragen zu Wärme aus Abwasser.
Zusätzlich engagiert sich hWB auch in internationalen Aktivitäten. Im Bereich Wasserversorgung/Abwasserversorgung weltweit arbeitet hWB unter anderem mit der German Water Partnership (GWP) zusammen. Bis Juni 2024 fand die erste Phase der Betreiberpartnerschaft mit Miyahuna, Jordanien, statt. Die Verlängerung der Betreiberpartnerschaft für weitere vier Jahre steht kurz vor dem Abschluss, gemeinsam mit Miyahuna und HAMBURG WASSER als federführendem Partner. Die genauen Inhalte werden in Abstimmung mit den beteiligten Partnern und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) festgelegt. Die erste Phase der Partnerschaft mit Miyahuna und Hamburg Wasser hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024 in der Kategorie „Internationaler Deutscher Nachhaltigkeitspreis“ gewonnen.
Windhoek und Bremen – Städtefreundschaft seit 1975 und kommunale Klimapartnerschaft
Es finden regelmäßig monatlich fachliche Austauschgespräche nach dem Schema des DWA-Fachaustausches zwischen Kläranlagenbetreibern statt. Die Themen reichen von der alltäglichen Routine bis hin zur Unterstützung bei Auftragsvergabe-Rollen im Hinblick auf bevorstehende Entwicklungsprojekte vor Ort. Im Juni 2024 konnte eine hochrangige Delegation aus Windhoek zur Besichtigung der Kläranlage Seehausen begrüßt werden. Hierbei wurde der partnerschaftliche Austausch beider Stadtentwässerungen bestärkt.
3Geschäftsentwicklung
3.1Ertragslage
Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR | 01.01. − 31.12.2024 | 01.01. − 31.12.2023 | Veränderung |
---|---|---|---|
Umsatzerlöse | 114.047 | 107.503 | 6.544 |
Andere aktivierte Eigenleistungen | 3.700 | 3.887 | –187 |
Materialaufwand | –23.227 | –21.192 | –2.035 |
Rohergebnis | 94.520 | 90.198 | 4.322 |
Sonstige betriebliche Erträge | 2.658 | 1.597 | 1.061 |
Personalaufwand | –31.173 | –30.893 | –280 |
Abschreibungen und Wertminderungen | –25.490 | –25.973 | 483 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | –9.991 | –10.270 | 279 |
Betriebsergebnis | 30.524 | 24.659 | 5.865 |
Finanzergebnis | –10.753 | –5.296 | –5.457 |
Steuern (inkl. Sonstige Steuern) | –6.244 | –6.636 | 392 |
Ergebnisabführung und Ausgleichszahlung | –13.527 | –12.726 | –800 |
Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 |
hWB erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 114.047 TEUR. Damit sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 6.544 TEUR gestiegen. Die Steigerung resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Umsatz aus den Leistungsverträgen (+2.422 TEUR), höheren Mengen der Abwasserentsorgung für Nachbargemeinden (+1.761 TEUR) sowie stärkeren Umsatzerlösen im Bereich der Grundwassereinleitungen durch Dritte (+2.488 TEUR).
Die Leistungsverträge bewegten sich über dem Vorjahresniveau und trugen mit einem Anteil von 2.442 TEUR zu dieser Entwicklung bei, die zum großen Teil durch die vertragliche Preisindizierung und Mengenentwicklung ausgelöst wurde. Das Gesamtvolumen der Umsatzerlöse aus dem Leistungsvertragsgeschäft betrug 93.634 TEUR (entspricht 82 % der Umsatzerlöse).
Neben der Abwasserentsorgung für Bremen übernimmt hWB – als Erfüllungsgehilfe für entsprechende vertragliche Verpflichtungen der FHB – die Abwasserentsorgung für Nachbargemeinden. Im Berichtsjahr betrug die entsorgte Menge 7,8 Mio. m³ (Vorjahr: 6,2 Mio. m³). Das Preisniveau der Nachbargemeinden folgte abhängigkeitsbedingt dem der Leistungsverträge. Die Umsatzerlöse mit den Nachbargemeinden stiegen um 1.761 TEUR auf 9.300 TEUR.
Die Verwertung des Klärschlammes Dritter beinhaltet nur noch die Verwertung von Co-Input-Schlammbehandlung, da laufende Verträge schon zum 31. Dezember 2022 für die thermische Klärschlammentsorgung ausgelaufen sind. Die Erlöse im Bereich der Klärschlammentsorgung reduzierten sich um 95 TEUR auf 1.087 TEUR.
Die Dienstleistungen für Dritte erhöhten sich um 2.488 TEUR auf 9.818 TEUR. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen eine Erhöhung der Umsatzerlöse im Bereich der Grundwassereinleitungen durch Dritte (1.739 TEUR), der Dienstleistungen für die HVE (350 TEUR), der Betriebsführungen (378 TEUR), der Entsorgung von Co-Input-Abwasserreinigung (203 TEUR), der Kanaldienstleistungen (197 TEUR) sowie der Grubenabfuhr (77 TEUR) und sonstiger Erlöse (42 TEUR). Dem standen lediglich die gesunkenen Erlöse aus Stromeinspeisung (499 TEUR) entgegen, da vermehrt erzeugter Strom selbst genutzt wurde.
Im Bereich der Ingenieurdienstleistungen sanken die Umsatzerlöse um 51 TEUR im Vergleich zum Vorjahr auf 208 TEUR.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 1.061 TEUR gegenüber dem Vorjahr auf 2.658 TEUR gestiegen, da einmalige Effekte (zum Beispiel Wertberichtigung auf Forderungen) und diverse kleinere Posten (zum Beispiel Schadenersatz) enthalten waren (50 TEUR), die in diesem Geschäftsjahr zum Tragen kamen. Außerdem wirkten sich gestiegene Gewinne aus Anlagenabgängen (55 TEUR) positiv aus.
Die aktivierten Eigenleistungen für investive Maßnahmen im Bereich der Netz- und Eigenanlagen verringerten sich um 187 TEUR auf 3.700 TEUR gegenüber dem Vorjahr.
Der Materialaufwand erhöhte sich um 2.035 TEUR auf 23.227 TEUR. Innerhalb der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stieg der Bedarf gegenüber dem Vorjahr um 960 TEUR auf 6.724 TEUR an. Wesentlichen Anteil haben dabei die Aufwendungen für Strom (1.052 TEUR), Zusatzstoffe (349 TEUR) und sonstige Bedarfe (144 TEUR). Kompensiert wurde diese Entwicklung im Bereich Treibstoff-/Gasbezug (195 TEUR), Ersatz- und Kleinteile (340 TEUR) sowie diverse kleinere Bedarfe (50 TEUR). Im Bereich der bezogenen Leistungen stieg der Aufwand gegenüber dem Vorjahr um 1.075 TEUR auf 16.503 TEUR an. Erhöhte Aufwendungen aus der Klärschlammentsorgung (905 TEUR), der Verkehrs- und Baustellensicherung (107 TEUR), den Faktura- und Inkassodienstleistungen (135 TEUR) und anderen Fremdleistungen (170 TEUR) wurden von geringeren Fremdinstandhaltungen (164 TEUR) und chemischen Analysen (78 TEUR) nur teilweise kompensiert.
Die Erhöhung im Personalaufwand in Höhe von 280 TEUR auf 31.173 TEUR ist im Wesentlichen auf den Tarifabschluss zurückzuführen, dem geringere Zuführungen zu den Personalrückstellungen (196 TEUR) positiv entgegenwirken.
Die Abschreibungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 483 TEUR auf 25.490 TEUR.
Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 279 TEUR auf 9.991 TEUR ist im Wesentlichen durch einmalige Effekte aus geringeren Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (860 TEUR) und geringeren Buchverlusten aus Anlagenabgängen (197 TEUR) beeinflusst. Demgegenüber stehen erhöhte Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit und Stellenausschreibungen (194 TEUR), Deichverbandsbeiträge (191 TEUR) und zusätzliche Bedarfe für Dienst- und Fremdleistungen (115 TEUR) sowie ein gestiegener Aufwand für Weiterbildung (72 TEUR). Außerdem erhöhte sich der Aufwand für Mieten/Leasingraten (71 TEUR) und bei diversen kleineren Positionen (135 TEUR).
Das negative Finanzergebnis erhöhte sich um 5.457 TEUR auf 10.753 TEUR. Ursächlich hierfür ist das angestiegene Zinsniveau, welches zu einem schlechteren Zinsergebnis (5.826 TEUR) und zu einer Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen (369 TEUR) führt.
Die Steuern verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 392 TEUR auf 6.244 TEUR. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrafen in Höhe von 5.940 TEUR das laufende Geschäftsjahr.
3.2Finanzlage
Die zusammengefasste Kapitalflussrechnung zeigt die Mittelflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde mittels der indirekten Methode entwickelt. Der Finanzmittelfonds setzte sich zusammen aus Kassenbeständen 9 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR) sowie Bankguthaben 3.365 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).
Zusammengefasste Kapitalflussrechnung TEUR | 01.01. − 31.12.2024 | 01.01. − 31.12.2023 |
---|---|---|
I. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 59.088 | 51.972 |
II. Cash Flow aus Investitionstätigkeit | –24.412 | –28.666 |
III. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | –27.828 | –20.655 |
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe I. − III.) | 6.848 | 2.650 |
Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode | –3.483 | –6.134 |
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode | 3.365 | –3.483 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Berichtszeitraum 59.088 TEUR (Vorjahr: 51.972 TEUR). Dieser bestand im Wesentlichen aus dem Periodenergebnis (vor Ergebnisabführungen) in Höhe von 13.527 TEUR (Vorjahr: 12.726 TEUR), bereinigt um zahlungsunwirksame Sachverhalte wie Abschreibungen in Höhe von 25.490 TEUR (Vorjahr: 25.973 TEUR). Bei der indirekten Ermittlung wurde der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit weiterhin durch die Veränderungen der Forderungen und sonstigen Aktiva in Höhe von –5.563 TEUR (Vorjahr: 5.164 TEUR) sowie der Verbindlichkeiten und anderer Passiva in Höhe von 11.302 TEUR (Vorjahr: –4.113 TEUR) wesentlich beeinflusst.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von –24.412 TEUR (Vorjahr: ‑28.666 TEUR) resultierte im Wesentlichen aus den Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –24.732 TEUR (Vorjahr: 28.687 TEUR).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von –27.828 TEUR (Vorjahr: ‑20.655 TEUR) setzte sich zusammen aus der Tilgung der Forfaitierungsdarlehen in Höhe von 23.216 TEUR (Vorjahr: 23.238 TEUR), aus der Ergebnisabführung an die Gesellschafter (inkl. Steuerumlagen) in Höhe von 19.062 TEUR (Vorjahr: 17.257 TEUR) und gezahlten Zinsen in Höhe von 10.662 TEUR (Vorjahr: 5.324 TEUR). Gegenläufig wirkte der Zufluss aus der Aufnahme eines Forfaitierungsdarlehens in Höhe von 25.112 TEUR (Vorjahr: 25.163 TEUR).
Zur Finanzierung des branchentypisch hohen Kapitaleinsatzes, der ein Vielfaches des Jahresumsatzes beträgt, hat hWB bereits 1998 mit der FHB die kommunale Forfaitierung mit Einredeverzicht vereinbart.
Zur Finanzierung von Investitionen in Netz- und Eigenanlagen wurde im Juni 2024 der Forderungskaufvertrag Nr. 30 mit einem Volumen von 25.112 TEUR abgeschlossen. Verkauft wurden Forderungen auf Erstattung von Restbuchwerten.
3.3Vermögenslage
Bilanzstruktur
TEUR
hWB weist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit eine hohe Anlagenintensität mit entsprechender Kapitalbindung auf. So betrug der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens 94,6 % (Vorjahr: 96,3 %) und der des kurzfristig gebundenen Vermögens 5,4 % (Vorjahr: 3,7 %).
Die Reduzierung des Anlagevermögens um 786 TEUR (Vorjahr Erhöhung: 2.597 TEUR) auf 485.250 TEUR (Vorjahr: 486.036 TEUR) resultierte aus Investitionen in Höhe von 24.786 TEUR (Vorjahr: 28.829 TEUR), dem gegenüberstehen Abschreibungen in Höhe von 25.490 TEUR (Vorjahr: 25.973 TEUR).
Das Sachanlagevermögen setzte sich im Wesentlichen aus Grundstücken und Bauten in Höhe von 46.960 TEUR (Vorjahr: 48.116 TEUR), technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 43.238 TEUR (Vorjahr: 47.478 TEUR) sowie aus Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz in Höhe von 335.872 TEUR (Vorjahr: 323.791 TEUR) zusammen.
Das Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme) betrug 10,1 % (Vorjahr: 10,3 %).
Die Verbindlichkeiten in Höhe von 43.246 TEUR erhöhten sich um 8.309 TEUR. Die Erhöhung zeigt sich hauptsächlich in den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und resultiert im Wesentlichen aus den Forderungen und Verbindlichkeiten aus den Leistungsverträgen.
In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten (passiver RAP) sind die Forfaitierungsdarlehen abgebildet. Diese hatten einen Anteil von 73,7 % (Vorjahr: 76,2 %) an der Bilanzsumme.
3.4Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
3.4.1Personal und Soziales
Im Jahresdurchschnitt 2024 beschäftigte die Gesellschaft 384 Mitarbeiter*innen ohne passive Altersteilzeit (Vorjahr: 384 Mitarbeiter*innen). Dies entspricht 353 kostenwirksamen Vollzeitäquivalenten (Vorjahr: 353).
Der Anteil weiblicher Mitarbeiter*innen der hWB lag zum Stichtag 31. Dezember 2024 bei 28,0 % (Vorjahr: 27,0 %). Die Gesellschaft unternimmt Anstrengungen, diesen Anteil, insbesondere mit Fokus auf Führungspositionen, weiter zu erhöhen.
Am 31. Dezember 2024 standen 18 Mitarbeiter*innen in der Berufsausbildung (Vorjahr: 16 Mitarbeiter*innen). Zusätzlich noch fünf Trainees (Vorjahr: vier Mitarbeiter*innen). Keine Person wurde im Rahmen eines dualen Studiums beschäftigt (Vorjahr: eine Mitarbeiter*in).
Den Arbeitsverhältnissen der Mitarbeiter*innen lagen folgende Tarifverträge zugrunde: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Überleitungstarifverträge vom 24. April 1997 und 5. Juni 1998 sowie weitere nachgeordnete Tarifverträge, zum Beispiel zum leistungsbezogenen Entgelt.
Die Gesundheitsquote hat sich mit einem Wert von 94,3 % (Vorjahr: 93,7 %) erneut verbessert. Zur Stärkung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes dient der Gesundheitsindex, der insbesondere den Umsetzungsfortschritt der Gesundheitsmaßnahmen misst und damit die Handlungsorientierung der Führungskräfte erhöht. In diesem Rahmen wird jährlich eine Mitarbeiter*innenbefragung zur Gesundheitskultur durchgeführt. Das Ergebnis der Befragung 2024 ist mit 4,26 relativ konstant zum Vorjahr (Vorjahr: 4,27 Skala 1–5).
Im Jahr 2024 gab es drei meldepflichtige Arbeitsunfälle (Vorjahr: drei Unfälle) und einen Kontraktorenunfall (Vorjahr: zwei Unfälle). Die Unfälle bewegen sich damit weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Qualifizierungsmaßnahmen und die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten sind für hWB ebenfalls wichtige Bestandteile, um Mitarbeiter*innen eine langfristige Perspektive im Unternehmen zu bieten. Sie sind ein entscheidender Faktor, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einer modernen Abwasserwirtschaft nachhaltig zu meistern.
Die Personalbeschaffung bleibt eine zentrale Herausforderung, insbesondere angesichts des demografischen Wandels, der auch die hWB erheblich beeinflusst. Einerseits gestaltet sich die Nachbesetzung aktueller Stellen, insbesondere in technischen Berufsfeldern, als schwierig. Andererseits wird es in den kommenden Jahren zahlreiche altersbedingte Personalabgänge geben.
Um diesen Herausforderungen effektiv entgegenzuwirken, plant die hWB, vakante Positionen proaktiv und frühzeitig nachzubesetzen. Durch gezielte Maßnahmen werden eine umfassende Einarbeitung sowie eine strategische Bindung der Mitarbeiter*innen angestrebt, um die Kontinuität und Qualität der Arbeitsprozesse sicherzustellen. Zudem werden ein systematisches Wissensmanagement und der gezielte Wissenstransfer gefördert, um wertvolles Know-how zu bewahren und weiterzugeben. Um sowohl aktive als auch passive Kandidat*innen zu identifizieren, setzt die hWB auf moderne Rekrutierungsmethoden.
3.4.2Asset Management
Die deutsche Abwasserwirtschaft ist durch einen dauerhaft hohen Investitionsbedarf gekennzeichnet. Dadurch gewährleistet die Branche einen im internationalen Vergleich anerkannt hohen Standard der Abwasserentsorgung bei langfristiger Entsorgungssicherheit.
Nachdem die Unterschiede zur Einordnung durchgeführter Investitionen in Eigenanlagen zwischen hWB und UBB geklärt wurden, verlagert sich der Fokus auf die gutachterliche Zustandsüberprüfung der operativen Betriebsführung öffentlicher Abwasseranlagen. Auswahl und Beauftragung des Gutachters erfolgten einvernehmlich mit der FHB.
hWB stellt durch Investitionen in das Kanalnetz und in die Abwasseranlagen den nachhaltigen Erhalt dieser wichtigen Infrastruktur sicher. Durch die Beteiligung an der Entwicklung moderner Prognosetools (zum Beispiel Alterungsmodelle) und Methoden der Wirkungskontrolle ist hWB stark verbunden mit der Branche, dem Markt und der Region.
Die Gesellschaft hat 2024 insgesamt 24.786 TEUR (Vorjahr: 28.829 TEUR) investiert, die sich wie folgt gliedern:
- Investitionen in Netzanlagen: 14.409 TEUR (Vorjahr: 20.384 TEUR)
Der sechste Investitionsrahmenplan Netz mit einer Laufzeit von 2024 bis 2028 wurde in 2023 abschließend mit dem UBB abgestimmt. Das Gesamtvolumen beträgt 104.800 TEUR für Sanierung, Erweiterung und Ausbau.
Investitionen in Eigenanlagen: 9.193 TEUR (Vorjahr: 6.444 TEUR)
Die Investitionen in Eigenanlagen waren 2024 geprägt von Maßnahmen, mit denen die vorhandene Bau- und Anlagentechnik saniert und zum Erhalt der Betriebssicherheit auf den Stand der Technik gebracht wurde.Bedeutsam für die Kläranlage Seehausen ist die Fortsetzung der Erneuerung der Klärschlammentwässerung und der Generalsanierung der BHKW-Anlage. Begonnen wurde mit den Baumaßnahmen zur Errichtung eines Klärschlammsilos, eines Kreidesilos und der Erweiterung des Treppenturms für die Faulbehälter. Außerdem wurden die Planungen zum Beispiel für die Erneuerung der Überschussschlammeindickung und der zentralen Niederspannungsschaltanlagen fortgesetzt.
Auf der Kläranlage Farge wurde im November 2024 mit der Erneuerung der Gaswarnanlage begonnen. Außerdem wurden die Planungen für die Sanierung der Faulung und des Treppenturms abgeschlossen und die Maßnahmen zur Vergabe gebracht, die im Januar 2025 starten sollen.
Im Bereich der Pumpwerke wurden die Baumaßnahmen für die Sanierung bzw. den Neubau der Pumpwerke Arsten und Burg abgeschlossen. Des Weiteren haben die Planungen für die Sanierung der Pumpwerke Lesum und Kattenesch sowie für den Ersatz der Mittelspannungsanlage im Pumpwerk Horn begonnen. Für das Pumpwerk Lesum wird zusätzlich ein Regenrückhaltebecken geplant. Die Planungen zum Neubau des Pumpwerks Rockwinkel und zur Sanierung der Pumpwerke Habenhausen und Höhpost wurden fortgesetzt. Ferner wurden die Planungen zur Errichtung von zehn Notstromaggregaten an ausgewählten Pumpwerksstandorten fortgesetzt.- Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung: 1.184 TEUR (Vorjahr: 2.001 TEUR)
Im Bereich der Büro- und Geschäftsausstattung wurde ein neues TV-Fahrzeug angeschafft. Die Lieferung eines Spülfahrzeuges ist für dieses Jahr geplant. Zusätzlich wurde eine motorbetriebene Kehrmaschine für die Reinigung von Gehwegen und öffentlichen Flächen erworben. Diese ermöglicht es hanseWasser, Unrat, der bspw. im Kontext von Starkregenereignissen verursacht wurde, schnell und gezielt zu entfernen. Für die Reinigung der Fahrzeughallen wird seit 2024 eine Bodenreinigungsmaschine eingesetzt, die eine schnellere und effizientere Reinigung der von Lkw befahrenen Böden gewährleistet.
3.5Zertifizierung
Das Unternehmen ist seit zwölf Jahren als EMAS-Unternehmen anerkannt. Diese höchste europaweite Auszeichnung für das Umweltmanagement wurde in 2024 erfolgreich bestätigt. Alle Betriebsstandorte der hWB (Kläranlage Seehausen, Kläranlage Farge, Betriebshof Pumpwerk Findorff, Klärschlammdeponie Edewechterdamm und Verwaltung Birkenfelsstraße) sind weiterhin als EMAS-Standorte registriert.
Das Qualitäts-/Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystem nach DIN ISO 9001, DIN ISO 14001 und DIN ISO 45001 wurde in 2024 bestätigt. Des Weiteren wurde die bereits seit 2000 bestehende Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb erfolgreich fortgesetzt.
Kanalreinigung, -inspektion und Dichtheitsprüfungen wurden gemäß den Anforderungen des Güteschutzes Kanalbau durchgeführt. Für die Prüfung und Wartung von Benzinabscheidern sowie die Dichtheitsprüfungen von Entwässerungsanlagen ist das Unternehmen weiterhin als Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz zertifiziert.
Das Siegel „AUSGEZEICHNET FAMILIENFREUNDLICH“ wird derzeit für zwei weitere Jahre rezertifiziert.
3.6Beschaffung
Die Lieferketten haben sich stabilisiert. Im Jahr 2024 gab es zwar Kostensteigerungen, aber keine verfahrenstechnischen Störungen oder gar Lieferausfälle. Langjährige und stabile Vertragsbeziehungen zwischen hWB und ihren Lieferanten haben dazu beigetragen.
Der Digitalisierungsweg der Materialwirtschaft geht in die nächste Phase. Nach Erstellung einer entsprechenden Roadmap, Priorisierung der Handlungsfelder und Konzeption der Soll-Prozesse beginnt nun die nächste Phase zur Auswahl einer passenden Softwarelösung.
Die Umbaumaßnahmen zur Optimierung der Bedingungen im Zentrallager der Kläranlage Seehausen, bei denen sowohl der Büroteil des Lagers als auch eine neue Lagerbühne installiert wurden, sind umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde sowohl das Ziel zur Verbesserung der ergonomischen Situation im Lagerbüro als auch die Erweiterung des Lagerplatzes erfolgreich umgesetzt.
3.7Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
Die Abwassermengen sind gestiegen, was vor allem auf die außergewöhnlich vielen Starkregenereignisse zurückzuführen ist. Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden gemäß der Planung durchgeführt.
Anfang 2024 führte die Änderung des Basisjahres zu einer weiteren Senkung der Indizes. Im Vergleich zur Vorjahresplanung sinkt das geplante Niveau der Indizes um insgesamt fünf Sprungkanten, was erhebliche Auswirkungen auf die Umsatzerlöse hat und zu einer zukünftigen Verringerung dieser führt.
Die Entwicklung der Zinsen hat sich durch die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Situation mit einem erhöhten Zinsniveau und den im Zusammenhang stehenden hohen Inflationsraten stark verändert. Dies führt zu einem erhöhten Zinsaufwand im Rahmen der Finanzierung.
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 19.771 TEUR und liegt damit um rund 4.125 TEUR über dem geplanten Wert von 15.646 TEUR. Dies ist hauptsächlich auf zwei Sondereffekte zurückzuführen, die zu gesteigerten Umsatzerlösen führten: Den Anstieg der Grundwassereinleitungen und die gestiegenen Erlöse von den Nachbargemeinden. Zusätzlich gab es höhere sonstige betriebliche Erträge durch die Auflösung von Rückstellungen und sonstige Erträge wie Versicherungen, Buchgewinne aus Anlagenabgängen und Wertberichtigungen auf Forderungen. Darüber hinaus fielen geringere Personalaufwendungen, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen an. Diese positiven Entwicklungen konnten die geringeren aktivierten Eigenleistungen, die erhöhten Materialaufwendungen und das negative Finanzergebnis kompensieren.
4Risiko- und Chancenbericht
4.1Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements
Der Erfolg unternehmerischer Entscheidungen hängt wesentlich von einer zuverlässigen Beurteilung strategischer, marktbedingter und regulatorischer Risiken ab. Risiken sind dabei als die Möglichkeit des Eintretens interner oder externer Ereignisse zu verstehen, die das Erreichen der strategischen und operativen Ziele negativ beeinflussen. Chancen sind durch Sachverhalte gekennzeichnet, die eine signifikant positive Auswirkung auf das Erreichen der strategischen und operativen Ziele haben.
Der grundlegende risikopolitische Rahmen für die Geschäftstätigkeit von hWB wird durch die Geschäftsführung vorgegeben. Darüber hinaus sorgt ein regelmäßiges Berichtswesen an die Entscheidungsgremien für Transparenz hinsichtlich des aktuellen Risikoprofils von hWB und die kontinuierliche Überwachung dieser risikopolitischen Vorgaben.
Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachtet hWB solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahresabschlusses einschließlich des Lageberichts maßgeblich beeinflussen können.

4.2Prozess des Risiko- und Chancenmanagements
Das Risikomanagement basiert insbesondere auf einem ausgebauten Controlling mit quartalsweisen Berichterstattungen, die es erlauben, Risiken in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu prognostizieren, zu identifizieren und zu überwachen. Eine wesentliche Unterstützungsfunktion nimmt das interne Kontrollsystem wahr.
hWB versteht unter dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem ein integriertes System. Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die von der Geschäftsführung eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Geschäftsführung gerichtet sind:
- zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit einschließlich des Schutzes des Vermögens und der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen,
- zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
- zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.
Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.
Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Geschäftsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden.
Die Gesellschaft hat darüber hinaus ein Risikomanagementsystem implementiert, das Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses sicherzustellen.
Basierend auf einem mehrjährigen Revisionsplan überprüft die interne Revision kontinuierlich Geschäftsprozesse und ihre Kontrollsysteme, wobei auch jährlich wiederkehrende Prüfungsthemen implementiert sind. Das Unternehmen verfolgt einen prozessorientierten Prüfungsansatz. Die Prüfungsleistungen werden entsprechend der Revisionsplanung teilweise durch externe Dienstleister erbracht. Die aus den Prüfungsergebnissen resultierenden Empfehlungen stellen im Wesentlichen prozessuale Optimierungen dar und werden in einen Maßnahmenplan überführt. Die Umsetzung der Empfehlungen wird durch die interne Revision verfolgt und in Stichproben geprüft.
4.3Risiken und Chancen
Die Leistungsverträge mit der FHB sind gebührenrechtskonform abgeschlossen, sodass aktuell keine bilanziellen Risiken für hWB erwartet werden.
Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen ist eine Klage eines Bremer Bürgers gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Bremen anhängig, in dem die Rechtmäßigkeit eines Entwässerungsgebührenbescheids aus 2010 beschieden worden ist. Der Kläger will gegen die FHB als Beklagte eine Aufhebung wegen angeblich überhöhter Gebührenforderungen erstreiten. Zudem hat derselbe Kläger parallel ebenfalls vor dem OVG einen Normenkontrollantrag gegen das Entwässerungsgebührenortsgesetz (EGebOG) gestellt. Dieses Verfahren greift wie das Anfechtungsverfahren ebenfalls die Gebührensatzhöhe an. Das Gericht hat das parallele Anfechtungsverfahren, in dem der Kläger ebenfalls eine Preisprüfung zu veranlassen begehrte, eingestellt. Kläger und Beklagte haben Vorschläge für mögliche Gutachter für die Preisprüfung unterbreitet, von denen das Gericht einen beauftragt hat. Der Gutachter hat seine Arbeit Anfang 2024 aufgenommen und wird voraussichtlich im Frühjahr 2025 seine Ergebnisse vorstellen.
Die Höhe der Abwassereinleitungen sind im Wesentlichen abhängig von der Bevölkerungsentwicklung, von Gewohnheiten und vom Nutzungsverhalten der Privathaushalte und des Gewerbes sowie von der wirtschaftlichen Entwicklung von Industrie und Gewerbe. Des Weiteren auch von Witterungseinflüssen, die für die Zukunft schwer zu prognostizieren sind. Es besteht ein Risiko für die Nichteinhaltung der abwasserabgaberechtlichen Überwachungswerte. hWB begrenzt dieses Risiko durch eine kontinuierliche Überwachung und Beprobung der Anlagen.
Aufgrund der immer umfassenderen Digitalisierung der Geschäftsprozesse sind diese von einer sicheren, verlässlichen und widerstandsfähigen Informationsverarbeitung abhängig. Risiken für die Informationssicherheit gewinnen daher sowohl aus Unternehmenssicht als auch aus gesetzlicher Sicht zunehmend an Bedeutung. Wesentliches Ziel der Funktion für Informationssicherheit ist somit der angemessene Umgang mit Informationen und Daten gemäß den Schutzbedarfen, um eine effektive, gesamthafte Steuerung von Informationssicherheitsrisiken sicherzustellen. Darüber hinaus können sich aus der Entwicklung heraus auch Möglichkeiten für veränderte Geschäftsmodelle sowie -prozesse ergeben, die hWB neue Chancen eröffnen.
Zur Identifikation möglicher Effizienzpotenziale werden zahlreiche Benchmarking-Vergleiche und das Projekt Enterprise eingesetzt. Diese liefern stetig neue Impulse, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens weiterzuentwickeln. Darin wird auch eine der wesentlichen Chancen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation gesehen. Ebenso wird die Gewinnung von Neukunden im Bereich der Abwasserübernahme angestrebt, um weitere positive Ergebnisbeiträge zu erzielen.
4.4Zusammenfassende Darstellung der Risikolage
Im Rahmen des Risikomanagements wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens im Geschäftsjahr 2024 gefährdet haben bzw. darüber hinaus gefährden könnten.
5Prognosebericht
5.1Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die zunehmenden Wetterextreme, insbesondere Extremniederschläge in kurzen Zeiträumen, stellen weiterhin eine große Herausforderung für die Gesellschaft dar. Ebenso wichtig ist die Anpassung der kommunalen Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels. Die starke Flächenversiegelung, fehlende Stauräume und Retentionsflächen in Städten sind bedeutende Herausforderungen für die Abwasserentsorgung.
Am 5. November 2024 wurde die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU-KARL) verabschiedet. Die Umsetzung in deutsches Recht ist noch unklar, wobei Verschärfungen möglich sind. Deutschland hat 30 Monate Zeit für die Umsetzung in nationales Recht. Sicher ist, dass die Kläranlage Seehausen ausgebaut und mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet werden muss, was beträchtliche Investitionen erfordert. Weitere Auswirkungen wie Energieneutralität und Nährstoffelimination sind zu erwarten, aber die genauen Folgen sind noch unklar.
Der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel beeinflussen die Gesellschaft hinsichtlich zunehmender Personalbewegungen und führen zu Veränderungen, beispielsweise in den Rekrutierungsprozessen.
Die Abwasserbranche wird in den kommenden Jahren verstärkt auf IT-Sicherheit und Digitalisierung setzen müssen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig die Effizienz und Zuverlässigkeit der Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Die Umsetzung der KRITIS-Verordnung wird dabei eine zentrale Rolle spielen und die Branche dazu zwingen, ihre IT-Infrastrukturen kontinuierlich zu überprüfen und zu verbessern.
Im Jahr 2024 kam es zu einer Anpassung des Entwässerungsgebührenortsgesetzes (EGebOG). Zukünftig werden die Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr getrennt voneinander erhoben werden. Die Auswirkungen der Änderung auf hWB sind abhängig von der Ausgestaltung des Anpassungsprozederes durch die FHB. hWB ist an dem Diskussionsprozess beteiligt, um zu vorteilhaften Lösungen für Kunden, FHB und hWB zu kommen.
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erweitert die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung erheblich. Ab dem 1. Januar 2025 sind alle großen Unternehmen, einschließlich hanseWasser, verpflichtet, umfassende Nachhaltigkeitsinformationen im Lagebericht zu veröffentlichen. hanseWasser ist jedoch erst ab 2026 berichtspflichtig für das Jahr 2025. Das Projektteam befindet sich aktuell in der finalen Phase der Wesentlichkeitsanalyse. Dabei werden die zentralen Themen sowie die Identifikation der IROs (Impact, Risks, Opportunities) und deren Gewichtung für das Jahr 2024 abgeschlossen.
5.2Erwartete Geschäftsentwicklung
In den kommenden Jahren werden die Zukunftsfragen zum Organisationsmodell der Stadtentwässerung in Bremen die Gesellschaft maßgeblich prägen. Die hanseWasser Bremen GmbH spricht sich aufgrund ihrer 25-jährigen Erfolgsgeschichte grundsätzlich für die Fortführung des bestehenden Geschäftsmodells aus. Für das Jahr 2025 erwartet die Gesellschaft weiterhin eine herausfordernde gesamtwirtschaftliche Lage und damit verbundene Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeiten.
Angesichts des demografischen Wandels und zahlreicher altersbedingter Personalabgänge steht die hWB vor großen personellen Herausforderungen. Diesen gilt es, mit geeigneten Maßnahmen und modernen Rekrutierungsmethoden entgegenzuwirken. Dies wird temporär zu erhöhten Kosten verbunden mit einem temporär bedingten Anstieg der Zahl der Mitarbeiter*innen führen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, der Belegschaft von hanseWasser schnell eine klare Perspektive über die Zukunft des Unternehmens zu geben.
Der leichte Anstieg der prognostizierten Entwicklung der Abwassermengen für private Haushalte und gewerbliche Industrieunternehmen kann die negativen Effekte aus der Indexentwicklung nicht kompensieren.
Die hWB erwartet aus den zuvor genannten Gründen für das Jahr 2025 Umsatzerlöse in der Höhe von rund 110.228 TEUR bei einem Ergebnis vor Steuern in der Höhe von 12.370 TEUR.
6Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Gesellschafter
Der Aufsichtsrat der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2024
Herr Gunnar Geise, Vorsitzender
Mitglied des Vorstands der swb AG, Bremen
Herr Dr.-Ing. Dirk Waider
Mitglied des Vorstands der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen
Frau Senatorin Kathrin Moosdorf
Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Bremen
Herr Hubertus Ulbrich, (stellvertretener Vorsitzender bis 20. März 2024)
Mitarbeiter der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Frank Penning, (stellvertretener Vorsitzender ab 20. März 2024)
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Peter Fahsing, (bis 20. März 2024)
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Sven Schmiedeskamp (seit 20. März 2024)
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Klaus Budzin (seit 20. März 2024 bis 10. Dezember 2024)
Mitarbeiter der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Olaf Gehring, (seit 10. Dezember 2024)
Mitglied des Betriebsrates der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Die Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2024
Herr Florian Bertram Franz, Bremen
Technischer Geschäftsführer
Herr Ekkehart Ludwig Siering, Bremen
Kaufmännischer Geschäftsführer
Die Gesellschafterstruktur
Seit dem 1. Januar 1999 ist die hanseWasser Bremen GmbH privatisiert. An der hanseWasser Bremen GmbH sind die hanseWasser Ver- und Entsorgungs-GmbH (hVE), eine Beteiligungsgesellschaft der swb AG und der Gelsenwasser AG, mit 74,9 % und die Freie Hansestadt Bremen mit 25,1 % beteiligt. Zwischen der hVE und hanseWasser besteht Geschäftsführeridentität.

Jahresabschluss 2024
1Bilanz
Bilanz
zum 31. Dezember 2024
Aktiva
31.12.24 EUR | 31.12.23 EUR | |
---|---|---|
A. Anlagevermögen | ||
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
1. Entgeltlich erworbene EDV-Programme | 347.407,01 | 554.804,26 |
2. Entgeltlich erworbenes Nutzungsrecht für das öffentliche Kanalnetz und sonstige Nutzungsrechte | 31.041.094,12 | 38.781.875,77 |
31.388.501,13 | 39.336.680,03 | |
II. Sachanlagen | ||
1. Grundstücke und Bauten | 46.960.168,52 | 48.115.670,97 |
2. Abwassersammlungsanlagen (Eigenanlagen) | 3.874.280,15 | 3.906.866,75 |
3. Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz | 335.871.939,81 | 323.790.948,90 |
4. Technische Anlagen und Maschinen | 43.237.853,79 | 47.477.966,31 |
5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.994.409,05 | 3.805.288,66 |
6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 19.919.192,47 | 19.598.693,24 |
453.857.843,79 | 446.695.434,83 | |
III. Finanzanlagen | ||
1. Beteiligungen | 4.000,00 | 4.000,00 |
485.250.344,92 | 486.036.114,86 | |
B. Umlaufvermögen | ||
I. Vorräte | ||
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 882.222,33 | 1.246.247,34 |
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 14.633.948,08 | 7.055.850,75 |
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 2.864.078,75 | 1.603.419,73 |
3. Forderungen gegen Gesellschafter | 763.879,76 | 3.118.974,06 |
4. Sonstige Vermögensgegenstände | 1.122.079,11 | 703.909,45 |
19.383.985,70 | 12.482.153,99 | |
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 3.365.170,53 | 3.088,86 |
23.631.378,56 | 13.731.490,19 | |
C. Rechnungsabgrenzungsposten | 3.734.284,03 | 4.709.526,15 |
512.616.007,51 | 504.477.131,20 |
Passiva
31.12.24 EUR | 31.12.23 EUR | |
---|---|---|
A. Eigenkapital | ||
I. Gezeichnetes Kapital | 25.564.594,06 | 25.564.594,06 |
II. Kapitalrücklage | 26.209.845,59 | 26.209.845,59 |
51.774.439,65 | 51.774.439,65 | |
B. Rückstellungen | ||
1. Rückstellungen für Pensionen | 739.963,00 | 1.114.490,00 |
2. Sonstige Rückstellungen | 30.399.065,87 | 32.091.206,70 |
31.139.028,87 | 33.205.696,70 | |
C. Verbindlichkeiten | ||
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,00 | 3.486.705,48 |
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.678.791,71 | 2.950.349,24 |
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 662.155,71 | 897.362,67 |
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 37.377.910,75 | 26.403.426,52 |
5. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.526.795,17 | 1.199.042,97 |
43.245.653,34 | 34.936.886,88 | |
D. Rechnungsabgrenzungsposten | 386.456.885,65 | 384.560.107,97 |
512.616.007,51 | 504.477.131,20 |
2Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024
2024 EUR | 2023 EUR | |
---|---|---|
1. Umsatzerlöse | 114.046.992,90 | 107.502.684,91 |
2. Andere aktivierte Eigenleistungen | 3.699.532,31 | 3.886.819,87 |
3. Sonstige betriebliche Erträge | 2.658.081,08 | 1.597.108,22 |
4. Materialaufwand | ||
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | –6.723.625,15 | –5.763.253,94 |
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | –16.502.951,72 | –15.428.367,98 |
–23.226.576,87 | –21.191.621,92 | |
5. Personalaufwand | ||
a) Gehälter und Bezüge | –24.710.977,24 | –24.685.774,72 |
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (davon für Altersversorgung € 1.554.090,12; Vorjahr € 1.578.941,31) | –6.461.763,83 | –6.207.398,97 |
–31.172.741,07 | –30.893.173,69 | |
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | –25.490.375,60 | –25.973.361,44 |
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | –9.991.190,77 | –10.269.859,62 |
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (davon aus verbundenen Unternehmen € 193.530,83; Vorjahr € 140.992,71) | 906.255,15 | 559.204,88 |
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (davon an verbundene Unternehmen € 89.441,00; Vorjahr 30.838,64) (davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen € 162.933,19; Vorjahr € 7.089,09) | –11.659.314,11 | –5.855.166,02 |
10. Ergebnis vor Steuern | 19.770.663,02 | 19.362.635,19 |
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (davon Steuerumlagen € 5.853.630,69; Vorjahr € 6.300.168,33) | –5.939.674,28 | –6.347.997,33 |
12. Ergebnis nach Steuern | 13.830.988,74 | 13.014.637,86 |
13. Sonstige Steuern | –304.423,94 | –288.247,11 |
14. Ausgleichszahlung gemäß Ergebnisabführungsvertrag | –192.501,39 | –192.501,39 |
15. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn | –13.334.063,41 | –12.533.889,36 |
16. Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 |
